Die Fair Trade Handelskette. Wie sieht sie aus?

Von den Produzenten zu den Konsumenten.

Das Ziel von Fair Trade ist: Sehr gute Produkte für die KonsumentInnen, so wenige Zwischenhändler wie möglich und die soziale und finanzielle Stärkung der ProduzentInnen.

Die KonsumentInnen

Sie sollen Produkte mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis erhalten, produziert unter Fair Trade Bedingungen, die meisten Lebensmittel stammen aus biologischem Anbau.
In den letzten Jahren hat es eine starke, positive Entwicklung bezüglich Design und Qualität der Fair Trade Produkte gegeben. Heute stehen den Konsumentinnen zahlreiche attraktive, hochqualitative Produkte aus unterschiedlichsten Produktbereichen zur Verfügung.

Fair Trade Shops

Es gibt ca. 90 auf den Verkauf von Produkten aus Fairem Handel spezialisierte Fachgeschäfte in Österreich und hunderte in ganz Europa. In Österreich sind es Fair Trade Shops und Weltläden.
Die Weltläden sind Mitglieder der österreichischen Dachorganisation Arge Weltläden.
Diese wiederum ist Mitglied der World Fair Trade Organization (WFTO)
Die Weltläden werden kontrolliert durch die Dachorganisationen.
Sie beziehen die fair gehandelten Produkte von geprüften Fair Trade Import Organisationen.

Die Fair Trade Import Organisationen

Die Fair Trade Import Organisationen beziehen die Produkte in größeren Mengen von den ProduzentInnen- Kooperativen in den Produktionsländern und importieren sie z.B. nach Österreich. Die größte Import Organisation in Österreich ist die EZA Fairer Handel GmbH.
Kontrolliert und zertifiziert werden sie von Labelling- Organisationen (Fairtrade- Siegel) und den Fair Trade Dachorganisationen (Arge Weltläden, World Fair Trade Organization (WFTO) etc.)

Die Fair Trade Labelling- Organisationen

Diese Organisationen prüfen und vergeben bei Einhaltung gewisser Standards Fair Trade- Siegel.
Manche ältere und sehr gut etablierte ProduzentInnen- Kooperativen und Importorganisationen verzichten bewusst auf diese Siegel, einerseits um Kosten zu sparen, andererseits weil sie höhere Standards als die von den Labelling- Organisationen verlangten aufweisen.
Wenn ein Fair Trade Produkt also kein Siegel trägt, heißt das noch lange nicht, dass es nicht unter Fair Trade Bedingungen hergestellt wurde!

Die Transporteure

Es gibt noch keine Fair Trade Transporteure. Die Fair Trade Produkte werden derzeit über die üblichen Transportkanäle befördert. Um die Ökobilanz möglichst günstig zu beeinflussen, werden die allermeisten Produkte per Schiff transportiert.

Die ProduzentInnen- Kooperativen

Die Gruppen (Kooperativen) bestehen aus ProduzentInnen, die gemeinsam stärker ihre sozialen Rechte und wirtschaftlichen Vorhaben vertreten können. Eine wirksame Interessensvertretung gegenüber Behörden, Großgrundbesitzern und großen Handelspartnern kann oft nur über starke Kooperativen funktionieren.
Kontrolliert werden sie von Labelling- Organisationen (Fairtrade- Siegel), den Fair Trade Import Organisationen und den Dachorganisationen.

Die ProduzentInnen

Faire Handelsbeziehungen ermöglichen ProduzentInnen ein menschenwürdiges Leben. Das heißt: Soziale Mindeststandards mit entsprechenden Sozialleistungen (Medizinische Grundversorgung, Sicherheit am Arbeitsplatz, Mitspracherechte, Altersvorsorge) und eine gerechte Entlohnung für die Arbeit.
Die Kooperativen, Fair Trade Labelling- Organisationen, Importorganisationen und Dachorganisationen der Weltläden überprüfen laufend die Standards der einzelnen Fair Trade Projekte. Weiters besuchen zahlreiche engagierte MitarbeiterInnen der Weltläden auf Ihren (Urlaubs)reisen Fair Trade Projekte und können so Berichte aus erster Hand liefern.